Wohnsitzwechsel – wo bin ich steuerpflichtig?

In der Schweiz legen die Kantone und die Gemeinden ihre Steuern selbst fest. Jemand mit gleichem Einkommen und Vermögen erhält je nach Wohnsitz eine unterschiedlich hohe Steuerrechnung. Ein Umzug an einen neuen Ort wirkt sich daher auf die Höhe der zu entrichtenden Steuern aus.
Bei einem Kantonswechsel gilt das sogenannte Zuzugsprinzip: Zieht jemand in einen anderen Kanton, bezahlt er die Steuern für das gesamte Jahr an dem Ort, an dem er am 31. Dezember wohnt. Der Wegzugskanton geht leer aus.
Bei Umzügen innerhalb des gleichen Kantons gelten je nach Kanton andere Regelungen. Die meisten Kantone wenden auch hier das Zuzugsprinzip an.
Wer also Ende Jahr umziehen möchte, sollte sich vorher gut überlegen, in welchem Kanton er am Stichtag des 31. Dezembers seinen Wohnsitz haben möchte. Denn wird der Wohnsitz in einen steuergünstigeren Kanton verlegt, sollte man seine Schriften bestenfalls noch vor dem 31. Dezember am neuen Wohnort deponieren, um von einem möglichen günstigeren Steuerfuss des neuen Wohnsitzkantons zu profitieren.

Abzüge von Fahrkosten

Seit dem Steuerjahr 2016 können Berufspendler bei der direkten Bundessteuer höchstens noch 3000 Franken für Fahrkosten abziehen.
Nutzt die steuerpflichtige Person für ihren Arbeitsweg ein öffentliches Verkehrsmittel (z. B. Bahn, Tram, Bus), kann sie die von ihr dafür aufgewendeten Kosten geltend gemachen.
Hat die steuerpflichtige Person von ihrem Arbeitgeber ein Generalabonnement (GA) oder ein sonstiges Streckenabonnement erhalten, welches sie nicht für ihre Erwerbstätigkeit benötigt, so ist der Wert dieses GA oder Streckenabonnements im Lohnausweis als Lohnbestandteil ausgewiesen. Gleiches gilt, wenn der Arbeitgeber eine Entschädigung für die Arbeitswegkosten zahlt.
In diesen Fällen hat der Arbeitgeber die Arbeitswegkosten getragen und die steuerpflichtige Person muss diese Leistung des Arbeitgebers als Lohn versteuern. Die steuerpflichtige Person kann die Kosten eines öffentlichen Verkehrsmittels als Fahrkosten geltend machen, die sie notwendigerweise aufgewendet hätte, wenn der Arbeitgeber die Kosten nicht getragen oder erstattet hätte
Grundsätzlich sind nur die Kosten abziehbar, die entstehen, wenn für den Arbeitsweg öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden. Nutzt die steuerpflichtige Person für Ihren Arbeitsweg ein privates Verkehrsmittel, dürfen die dafür entstehenden Kosten nur geltend gemacht werden, wenn gewisse Gründe vorliegen.

Ist die Sprachreise steuerlich absetzbar?

Ein Sprachurlaub kostet viel Geld für Anreise, Unterkunft, Verpflegung und die Kurse. Beim Finanzamt kannst du diese Kosten unter bestimmten Voraussetzungen geltend machen. Auch für Erwachsene besteht die Möglichkeit einen Bildungsurlaub in der Jahressteuererklärung abzusetzen. Berücksichtige, dass die steuerliche Absetzbarkeit im Einzelfall geprüft wird.
Die Sprachreise ist im Einzelfall steuerlich absetzbar. Dies kann Pauschalbeträge, Kurskosten und Wegegelder, Lehrmaterialien und Prüfungsgebühren beinhalten. Die Kosten für den Kurs als auch die Lehrmaterialien sind in Form von Werbungskosten in unbegrenzter Höhe steuerlich absetzbar. Das gilt jedoch nur, wenn der Sprachkurs innerhalb der EU abgeleistet wird. Beachte außerdem, dass die Anerkennungschancen von Finanzamt zu Finanzamt variieren.
Unnötige Diskussionen mit dem Finanzamt kannst du vorausschauend vermeiden. In den Schulferien ist zum Beispiel eine Sprachreise steuerlich absetzbar, wenn du ein Abschluss- oder Teilnahmezertifikat vorlegest. So weist du nach, dass deine Sprachreise keine Urlaubsreise war. Führe am besten täglich ein Berichtsheft. Dieses enthält die genauen Unterrichtszeiten, Lerninhalte und Dauer der Erledigung der Hausaufgaben.

Wie zieht man Gesundheitskosten ab?

Krankenkassenprämien werden indirekt über einen Pauschalabzug für Versicherungsprämien abzogen. Allerdings nicht der gesamte Betrag. Kantonal ist geregelt, wieviel man genau ansetzen kann. So dürfen im Kanton Bern berufstätige verheiratete Männer und Frauen maximal 4‘800.- abziehen, in Zürich 5‘200.-.
Aber nicht nur einen Teil der Prämien kann man vom Einkommen abziehen, auch die effektiven Krankheitskosten. Allerdings gilt, die Bestimmungen in der Wegleitung zur Steuererklärung genau zu studieren. Denn abgezogen werden können Ausgaben für Zahnarzt, Arzt, Spital, Medikamente und Therapien nämlich erst, wenn die Kosten fünf Prozent des Einkommens übersteigen. Ausserdem gilt, dass Krankheitskosten nur geltend gemacht werden dürfen, wenn diese ärztlich verordnet wurden. Wer sich beispielsweise die Augen aus rein ästhetischen Gründen operieren lässt, der ist für seine Kosten selbst verantwortlich – und darf sie folglich auch nicht abziehen.
Sind die Eingriffe allerdings ärztlich verordnet und somit vom Einkommen abziehbar, dann empfiehlt es sich, gut zu planen: Lege Arztbesuche, Therapien und Co. in die erste Jahreshälfte. So stellst du sicher, dass alle Rechnungen noch im gleichen Jahr eintreffen und diese mit dem laufenden Selbstbehalt verrechnet werden können. Ansonsten riskierst du, den Abzug zu verschenken.

Schenkungen besteuern

Wie muss man Schenkungen versteuern?
Die Schenkungssteuer ist vom Empfänger der Zuwendung zu entrichten. Als Berechnungsgrundlage gilt der Wert des übertragenen Vermögens. Grundlage für die Berechnung der Schenkungssteuer ist grundsätzlich der Wert der unentgeltlichen Zuwendung. Schenkungen von persönlichen und Hausrat-Gegenständen werden nicht besteuert. In der Regel sind Ehegatten und Personen in eingetragener Partnerschaft untereinander sowie Nachkommen, Stief- oder Pflegekinder von dieser Steuer befreit.
Die meisten Kantone erheben eine Schenkungssteuer. Mit dieser Steuer soll vermieden werden, dass die Erbschaftssteuer mittels Schenkungen umgangen wird. Der einzige Kanton, der keine Schenkungssteuer für alle Schenkungstatbestände kennt, ist der Kanton Schwyz.
Die Schenkung ist in der Mehrheit der Kantone mittels einer separaten Steuererklärung vom Empfänger zu deklarieren und ab Zuwendungsdatum als Vermögen in der normalen Steuererklärung zu versteuern. Beachte die Fristen für die Meldung der Zuwendung und für die Zahlung der Schenkungssteuer, welche von Kanton zu Kanton variiert.

Berufliche Weiterbildung von den Steuern abziehen

Seit dem Steuerjahr 2016 sind alle selbst finanzierten berufsorientierten Umschulungen, Aus- und Weiterbildungen abzugsfähig. Die bisherigen Abgrenzungsprobleme dürften somit der Vergangenheit angehören.
Bis und mit 2015 konnte man nur Weiterbildungskosten abziehen, die einen direkten Zusammenhang mit dem aktuell erzielten Erwerbseinkommen hatten. Sie galten als Gewinnungskosten und mussten bei den Berufsauslagen geltend gemacht werden.
Bisweilen war die Unterscheidung zwischen nicht abzugsfähigen Ausbildungskosten und abzugsfähigen Weiterbildungskosten durch das Steueramt teilweise spitzfindig. Darüber hinaus gab es kantonale Unterschiede in der Handhabung. So kam es vor, dass Arbeitskollegen die Kosten der gleichen Weiterbildung in einem Kanton abziehen durften, im anderen nicht. Für viele Steuerpflichtige war es nicht nachvollziehbar, warum man ihnen den Abzug verweigerte. Viele kamen trotz Einsprache und einer Bestätigung ihres Arbeitgebers nicht durch.
Zu den abzugsfähigen Kosten gehören (u.a.):
– Kurskosten, Prüfungsgebühren
– Kosten für das Kursmaterial (Unterlagen, Bücher, etc.)
– Reisekosten – Kosten für Unterkunft und Verpflegung
– Fahrkosten am Kursort

Steuern bei Ferienhaus im Ausland

Fallen auch in der Schweiz Steuern an, wenn man ein Ferienhaus im Ausland hat?
Grundsätzlich gilt in der Schweiz: Dort, wo man wohnt, zahlt man auf allen steuerbaren Einkünften Einkommenssteuern. Diese Regel hat aber eine Grenze, wenn es um Immobilien im Ausland geht – nämlich die Landesgrenze. Allfällige Einkünfte aus ausländischen Liegenschaften unterliegen weder den Kantons- und Gemeindesteuern noch der direkten Bundessteuern.
Trotzdem beeinflusst das Häuschen oder die Villa jenseits der Grenze die Steuerrechnung in der Schweiz. Denn sowohl der Wert wie auch der Ertrag der Immobilie werden in der Schweizer Steuererklärung satzbestimmend berücksichtigt.
Das heisst zum Beispiel: Ein Erwerbstätiger hat in der Schweiz ein steuerbares Einkommen von 100’000.-. Im Ausland besitzt er eine Liegenschaft, die einen jährlichen Ertrag (Mieteinnahmen) von 20’000.- bringt. Die Steuerverwaltung wendet zur Berechnung seiner Steuern nun jenen Steuersatz an, der gültig ist bei einem Einkommen von 120’000.-. Effektiv zu versteuern sind zu diesem höheren Satz aber lediglich die 100’000.- aus dem in der Schweiz erzielten Einkommen.

Soll man die Steuererklärung von einem Profi erledigen lassen?

Generell ist der Beizug eines Steuerberaters oder Treuhänders dann sinnvoll, wenn es sich um komplexe Steuerverhältnisse handelt. Etwa bei Teilselbstständigkeit, direkt nach dem Schritt in die Selbstständigkeit, nach definitiver Trennung oder Scheidung vom Ehepartner oder bei einer neuen Erbengemeinschaft. Als Laie weiss man in der Regel nicht, welche Werte wer wo einsetzen muss und ob und wo man Abzüge geltend machen kann. Ein Beispiel: Bis zur Erbteilung müssen alle Erben den Wert der Hinterlassenschaft anteilsmässig aufführen. Als Wert muss jedoch nicht der Steuerwert, sondern der Verkehrswert beim Zeitpunkt des Todes des Erblassers eingesetzt werden. Unter solchen Umständen ist es darum empfehlenswert, zumindest für das erste Jahr das Ausfüllen der Steuererklärung einem Profi zu übergeben. Anders bei einer einfachen Steuererklärung, etwa der eines unverheirateten Angestellten mit zwei, drei Bankkonti und ein, zwei Wertschriften. Bei Einzelfragen kann man sich auch direkt an den Steuerkommissär wenden.
Wer die Mühe nicht auf sich nehmen will und seine Unterlagen einem Steuerprofi übergibt, muss bei einfachen Fällen mit Honorarkosten von rund 200.- rechnen. Komplexere Steuersituationen kommen schnell auf 1000.- und mehr zu stehen.

Sind Zahnarztkosten steuerlich absetzbar?

Sind Zahnarztkosten absetzbar?

Kann man die Rechnung des Zahnarztes in der Steuererklärung abziehen?
Nachgewiesene Zahnarztkosten, für die keine Versicherung aufkommt, können in den meisten Kantonen sowie beim Bund unter dem Punkt Krankheits-, Unfall- und Invaliditätskosten abgezogen werden. Allerdings musst du vom Rechnungsbetrag in der Regel einen Selbstbehalt von meist 5 Prozent des Netto- oder des steuerbaren Reineinkommens abziehen.
Bei einem Nettoeinkommen von 100000 Franken und einer Zahnarztrechnung über 8000 Franken wären demnach 3000 Franken steuerlich absetzbar. In einigen Kantonen gilt ein tieferer Selbstbehalt, in den Kantonen St. Gallen und Wallis beispielsweise 2 Prozent sowie im Kanton Glarus 3 Prozent des Nettoeinkommens, im Kanton Schwyz 3 Prozent des steuerbaren Einkommens. Ohne Einschränkung kann man die gesamten nicht gedeckten Krankheitskosten im Kanton Baselland abziehen. Generell nicht abzugsfähig sind jedoch Kosten, die weder krankheits- noch unfallbedingt, sondern rein kosmetischer Art sind. Im Zweifelsfall solltest du der Steuererklärung ein Attest des Zahnarztes beilegen.
Zu den steuerlich abzugsfähigen Krankheitskosten zählen übrigens auch andere, nicht durch Versicherungen gedeckte Arzt- oder Medikamentenkosten – etwa die Kostenbeteiligungen bei den Krankenkassen (Selbstbehalt und meist auch die Franchise), Brillen und Kontaktlinsen, Schuheinlagen, Prothesen, Hörapparate sowie ein Teil der Pflegeheimkosten.

Ist mein Gold im Tresor illegal?

Gold versteuern?

Goldbarren von der Bank holen und zu Hause in den Tresor legen. Verstösst das gegen die Steuervorschriften?

Nein, nicht wenn Du Geld und Gold weiterhin korrekt in der Steuererklärung deklarierst. Grundsätzlich bist du frei, in welcher Form du das Vermögen anlegst und aufbewahren willst, das Steueramt kann da keine Vorschriften machen. Aber selbstverständlich gehören Bargeld und Gold weiterhin zum steuerbaren Vermögen und müssen im Hauptformular der Steuererklärung unter «Vermögen» aufgeführt werden.
Der Frankenbetrag ist einfach zu bestimmen. Den Wert des Goldes musst du in der Kursliste der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) heraussuchen. Falls du auch ausländische Banknoten besitzt, entnimmst du die Umrechnungskurse ebenfalls dieser Liste. Versteuerst du die Werte nicht oder nicht korrekt, machst du dich strafbar. Das wäre eine Steuerhinterziehung, die beim Auffliegen nebst Nachsteuern und Verzugszinsen auch eine Busse zur Folge hätte.

Frist verpasst – was passiert jetzt?

Frist verpasst, was nun?

Die Steuererklärung muss man in der Regel bis Ende März mit allen Beilagen beim Steueramt einr eichen. Manche vergessen jedoch diesen Termin einzuhalten. Doch es gibt eine Lösung dafür: Die Frist kann man verlängern, solange sie noch nicht abgelaufen ist. Wer nichts tut, erhält eine Mahnung. Wer nicht reagiert, riskiert eine Busse und kann nach Ermessen der Steuerbehörden eingeschätzt werden – in der Regel zu hoch. Grundsätzlich kann zwar jeder, der ­eine Frist verpasst hat, beantragen, dass diese «wiederhergestellt» wird. Aber nur, wenn man keine Schuld am Versäumnis hat. Und die Hürden sind hoch: Anerkannte Gründe für eine Wiederherstellung der Frist sind zum Beispiel ein Todesfall in der Familie, ein Kuraufenthalt oder eine psychische Erkrankung. Berufliche Belastung, Unwissen oder Ferien reichen dagegen nicht. Das Gesuch muss man sofort stellen, wenn der Verhinderungsgrund weggefallen ist. Viele denken zudem, man könne mit einem entsprechenden Gesuch jede Frist erstrecken. Doch das trifft nur zu für behördlich angesetzte Fristen, etwa jene zur Einreichung der Steuererklärung. Die meisten Steuerfristen sind jedoch gesetzlich definiert und können nicht erstreckt werden.

Bekomme ich Steuerabzüge für mein volljähriges Kind?

Steuerabzüge für das volljährige Kind?

Klar ist, dass für Eltern minderjähriger Kindern ein Kinderabzug bei der Steuererklärung zusteht. Pro Kind erhalten Eltern einen Abzug von 251 Franken vom Steuerbetrag. Wohlverstanden, vom Steuerbetrag und nicht wie sonst bei Abzügen üblich vom steuerbaren Einkommen. Wenn das Kind oder Kinder volljährig werden, kann immer noch Kinderabzug bei den Steuern beansprucht werden, jedoch müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die Kantone können das unterschiedlich regeln. Meist müssen die Eltern zur Hauptsache für den Unterhalt der Kinder aufkommen und die Kinder noch in der beruflichen Erstausbildung stecken. Bei den Abzügen herrscht Kantönligeis: Der Kanton Aargau unterscheidet nicht zwischen Erst- und Zweitausbildung, wohingegen beispielsweise Bern und Zürich dies tun. Mit einer bestandenen Lehre ist eine Erstausbildung abgeschlossen, da sie das volljährige Kind zur Ausübung eines Berufes befähigt. Gewisse Kantone lassen den steuerlichen Kinderabzug bei einer Zweitausbildung zu, wenn sachliche Gründe dafür sprechen. Diese sind individuell und können dem Steueramt in einem Begleitschreiben zur Steuererklärung mitgeteilt werden. Anders ist es, wenn das Kind keine Lehre, sondern die Matura gemacht hätte und jetzt ein Studium anhängen wollte. Sofern die Eltern zukünftig auch weiter hauptsächlich den Unterhalt ihres volljährigen Kindes bestreiten würden, wäre bei ihm auch in den kommenden Jahren der steuerliche Kinderabzug möglich. Denn im Unterschied zur Lehre hat man mit der Matura die Erstausbildung noch nicht abgeschlossen. Das wäre erst der Fall, wenn das volljährige Kind ein Hochschuldiplom hat. Diese Unterschiede sind beim Ausfüllen der Steuererklärung zu beachten.