Was muss ich bei einem Umzug beachten?

Steuern zahlen im neuen Wohnort

Ein Umzug ist oft sehr stressig – da vergisst man schnell die Regelung der Steuerzahlung der jeweiligen Wohnorte. Grundsätzlich gilt: Wer in einen anderen Kanton zieht, zahlt für das ganze Jahr Einkommens-und Vermögenssteuern im neuen Kanton.In den meisten Kantonen ist der 31. Dezember der entscheidende Stichtag für die Steuerpflicht. Dieser Stichtag gilt auch wenn man innerhalb des Kantons die Gemeinde wechselt. Aufgepasst; in Glarus, Nidwalden und Obwalden gilt der 1. Januar als Stichtag.Wenn man also Ende Jahr umziehen will, sollte man beachten, wo der offizielle Wohnsitz am Stichtag ist.  Bei diesem Wohnort wird man auch die Steuererklärung ausfüllen müssen. Es lohnt sich also vor allem beim Umzug um den Jahreswechsel zu schauen, welcher Wohnort den günstigeren Steuerfuss hat und dementsprechend das Einzugsdatum zu definieren.

Apropos Umzug: Vergiss nicht deine provisorisch einbezahlten Steuern auf das Steuerkonto der neuen Gemeinde zu überschreiben. Oder auch auf dein eigenes Konto, da darfst du wählen.

Welche Einkünfte sind steuerbar?

Nebst Abzügen ist es auch wichtig zu wissen, welche Einkünfte man versteuern muss.

EIner der wichtigsten Faktoren beim Ausfüllen der Steuererklärung sind die Abzüge, die man tätigen kann. Doch was ist mit den Einkünften? Nebst den offensichtlichen Einnahmen wie der reguläre Lohn oder Zinsen, gibt es noch diverse weitere Einkünfte, zum Beispiel Sozialhilfegelder. Doch welche muss man versteuern, welche bleiben steuerfrei? Hier einige Beispiele:

Erwerbsersatz: Wenn man in der RS oder im WK ist, muss der Erwerbsersatz im Gegensatz zum Sold als Einkommen versteuert werden.

Feuerwehrdienst: Beim Sold, den man für die Kernaufgaben für die Feuerwehr erhält, gilt ein Freibetrag von 5’000.- bei der direkten Bundessteuer bzw. 8’000.- bei den Staats- und Gemeindesteuern.

Lotteriegwinne: Wenn man im Lotto gewinnt, ist ein Gewinn von bis zu 1’000.- steuerfrei. Vermögenswerte wie z.B. ein Auto sind ebenfalls als Einkommenzu versteuern.

Familien- und Kinderzulagen: Sind als Einkommen zu deklarieren und steuerbar.

Lehrlingslohn: Wenn ein Minderjähriger in die Lehre geht und den Lohn erhält, muss dieser grundsätzlich vom Minderjährigen selbst versteuert werden. In der Regel ist es aber so, dass in der Praxis auf eine Besteuerung des Einkommens verzichtet wird.

Gelegentlicher Nebenwerwerb eines Ehepartners: Sämtliche Einkünfte müssen versteuert werden.

Stipendien: Stipendien müssen nicht versteuert werden, solange diese zusammen mit den übrigen Einnahmen nicht mehr als die Ausbildungskosten und den Lebensunterhalt decken.

Sozialhilfegelder und weitere Leistungen: Unterstützungsleistungen wie Pflegebeiträge, Hilflosenentschädigungen, Ergänzungsleistungen, Beihilfen, Arbeitslosenhilfen und Gemeindezuschüsse an AHV-, IV- und UVG Bezügern sind nicht steuerbar.

Untermiete: Nur wenn die Einanhmen aus einer Untermiete höher sind als der Mietzins aus dem Hauptmietverhältnis, muss dies als Einkommen deklariert werden.

Individuelle Prämienverbilligung: Die IPV gilt nicht als Einmommen, sondern muss bei den geltend gemachten Versicherungsprämien abgezogen werden.

Anstieg der Steuerquote in der Schweiz und OECD-Ländern

Die Steuerquote ist in der Schweiz markant angestiegen.

Die Steuerquote ist in der Schweiz markant angestiegen.

Das Verhältnis zwischen Steuereinnahmen und Bruttoinlandprodukt (BIP) wird auch Steuerquote genannt und ist ein wichtiger volkswirtschaftlicher Indikator für die Leistungsfähigkeit eines Staates. So stellt die Steuerquote die Belastung dar, welche die Besteuerung für den privaten und öffentlichen Sektor hervorruft.

In der neuesten Statistik des Jahres 2016 geht hervor, dass in den OECD-Ländern, das rund 30 Mitglieder aller Welt umfasst, die Steuerquote mit 34,3 Prozent auf eine Rekordhöhe angestiegen ist. Vor allem in der Schweiz konnte ein markanter Anstieg verzeichnet werden.

Ein weiteres Resultat der OECD-Steuerstatistik ist, dass sich die Steuerlast grundsätzlich von den Unternehmen hin zu den Arbeitnehmenden und Konsumenten verschoben hat. Diese müssen nach Ausfüllen der Steuerklärung im Verhältnis stets mehr leisten. Dies bedeutet, dass sich insbesondere das Verhältnis der Einkommenssteuer zum BIP erhöht hat. Im Gegensatz dazu hat sich das Verhältnis der Unternehmens- und Gewinnsteuer von 2,9 auf 2,8 Prozent reduziert. So hat die OECD festgestellt, dass der Anteil der Einkommensteuer am gesamten Steueraufkommen generell seit der Finanzkrise zugenommen hat, während sich der Anteil der Unternehmen verringert hat.

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Direkte und indirekte Steuern von dem Kanton und der Gemeinde

Indirekte Steuern von dem Kanton und der Gemeinde

Welche Steuern sind direkt und welche undirekt?

Der Kanton darf nur Steuern erheben, falls der Bund diese Steuer nicht ausschliesslich für sich in Anspruch nimmt. Dafür muss der Kanton der Gemeinde die Erlaubnis geben über die Steuern die die Gemeinde erheben darf.

Direkte Steuern

  • Einkommenssteuer von natürlichen Personen: Zum Einkommen gilt das Einkommen aus selbstständiger sowie unselbstständiger Erwerbstätigkeit.
  • Vermögenssteuer von natürlichen Personen: (beweglich) Barschaften, Wertschriften, Bankguthaben, Auto, (unbeweglich) Grundstücke, Vermögen, Lebens- und Rentenversicherungen sowie das investierte Vermögen in einem Geschäfts- oder Landwirtschaftsbetrieb
  • Gewinnsteuer von juristischen Personen: Der Gewinn das in einem Geschäftsjahr erreicht wurde.
  • Kapitalsteuer von juristischen Personen: Vermögenssteuer
  • Kopf-, Personal- oder Haushaltsteuer: Wird von volljährigen oder erwerbstätigen Personen in den Kantonen Zürich, Luzern, Uri, Nidwalden, Solothurn, Schaffhausen, Tessin, Waadt, Wallis und Genf verlangt.
  • Lotteriegewinnsteuer: Lotterien und ähnliches
  • Erbschaftssteuer: Vermögensübergang an die Erben
  • Schenkungssteuer: damit die Erbschaftssteuer nicht leicht umgangen werden kann
  • Grundstückgewinnsteuer: der Gewinne von einem verkauften Grundstück
  • Liegenschaftssteuer: wird auch Grundstücksteuer genannt
  • Handänderungssteuer: Eigentumsübergang von einem Grundstück
  • Kantonale Spielbankenabgabe: der erspielte Bruttospielertrag von Spielbanken in den Casinos
  • Kirchensteuer: Steuern der reformierten, römisch-katholischen oder christkatholischen Kirche

Indirekte Steuern

  • Motorfahrzeugsteuer: Motorfahrzeuge und Anhänger
  • Hundesteuer: je nach Grösse oder Gewicht des Hundes fallen die Steuern unterschiedlich aus
  • Vergnügungssteuer: öffentlichen Veranstaltungen
  • Kantonale Stempelsteuer: Urteile, Ausweisschriften, Registerauszüge, Prozessschriften, Gesuche, Rekurse, Verträge, Testamente und Quittungen
  • Lotteriesteuer: Lotterien und Tombolas

Direkte und indirekte Steuern des Bundes

Direkte und indirekte Steuern des Bundes

Was gehört zu den Bundessteuern?

Für die Höhe der Steuern füllen die Steuerpflichtigen die Steuererklärung aus. Diese beinhaltet bei natürlichen Personen z.B. das Einkommen und bei juristischen Personen der Gewinn. Diese Steuern sind die direkten.

Direkte Steuern

  • Einkommenssteuer von natürlichen Personen: Zum Einkommen gilt das Einkommen aus selbstständiger sowie unselbstständiger Erwerbstätigkeit.
  • Gewinnsteuern von juristischen Personen: Der Gewinn das in einem Geschäftsjahr erreicht wurde.
  • Eidgenössische Verrechnungssteuer: Die 35% die von den Vermögenserträge abgezogen werden.
  • Eidgenössische Spielbankenabgabe: Gewinne aus Glücksspiele und Spielbanken.
  • Wehrpflichtersatzabgabe: Für diejenigen die das persönliche Militär- oder Zivildienstleistung nicht erfüllt haben.

Indirekte Steuern

  • Mehrwertsteuer: Wird im Verkaufspreis dazugerechnet oder als Zusatz auf der Rechnung aufgezählt.
  • Eidgenössische Stempelabgaben: Steuern auf Wertpapiere, Quittungen von Versicherungsprämien und auf anderen Urkunden des Handelsverkehrs.
  • Tabaksteuer: Tabakfabrikate (Zigarren, Stumpen, Zigarillos, Kiele, etc.), Schnitttabak, Rollentabak, Kautabak und Schnupftabak sowie Zigaretten und zigarettenähnlichen Erzeugnisse die verbrauchsfertig sind. E-Zigaretten sind von der Steuer befreit.
  • Biersteuer: Brauereien der Schweiz zahlen Steuern für die gewerbsmässige Lieferung, ausländische Brauereien zahlen für den Import von dem Bier.
  • Mineralölsteuer: Erdöl, Erdgas, Treibstoffe
  • Automobilsteuer: 4% vom gekauften Auto in der Schweiz oder im Ausland, Elektromobile sind von den Steuern befreit
  • Steuer auf Spirituosen: Wird durch die Eidgenössische Alkoholverwaltung eingezogen.

Steurerarten in der Schweiz

Steuerarten der Schweiz

Welche Steuerarten gibt es in der Schweiz?

In der Schweiz werden die Steuern vom Bund, den Kantonen und den Gemeinden erhoben. Es gibt Steuern die von allen drei erhoben werden, z.B. die Einkommenssteuer für natürliche Personen. Andere hingegen werden nur von den einzelnen erhoben.

Kanton- und Gemeindesteuern

Wenn der Bund die Steuern nicht ausschliesslich für sich in Anspruch nimmt, darf der Kanton jede Steuer erheben. Die Gemeinde ist aber etwas eingeschränkt. Sie darf nur die Steuern erheben, die vom Kanton erlaubt wurden.

Bundessteuern

Die Steuerpflichtigen füllen die jährliche Steuererklärung mit dem Einkommen (bei juristischen Personen ist es der Gewinn) aus. Anhand dieser Steuererklärung wird die Höhe der Steuern vom Bund berücksichtigt und direkt erhoben.

Direkte und indirekte Steuern

Unterschieden wird in der Schweiz zwischen den zwei Hauptarten. Die ersten sind die  direkten Steuern und die zweiten sind die indirekten Steuern. Die direkten werden direkt bei den Steuerpflichtigen erhoben und die indirekten werden auf den Konsum oder Verbrauch bezogen.