Wie melde ich unversteuertes Vermögen?

Stuererklärung ausfüllen Schweiz

Eine einmalige Selbstanzeige ist straflos.

In vielen Fällen müssen beim Ausfüllen der Steuererklärung neue oder sich ändernde Posten angegeben werden. Doch manchmal ist es der Fall, dass manche steuerpflichtige Personen über Einkommen und Vermögen verfügen, welches in den vergangenen Jahren nicht oder nur teilweise deklariert wurde und dies nun in der Steuererklärung angegeben werden soll. Im Prinzip handelt es sich hierbei um Steuerhinterziehung, was strafbar ist. Dennoch gibt es die Möglichkeit, sich selbst anzuzeigen. Bei einer solchen erstmaligen Selbstanzeige bleibt die Hinterziehung straflos. Zudem muss die Steuerverwaltung noch keine Kenntnis von der Hinterziehung haben. Dann bleibt die Selbstanzeige kostenlos. Des Weiteren wird eine Nachsteuer inklusive Verzugszinsen erhoben.

Wer sich im Rahmen einer straflosen Selbstanzeige selber anzeigen will, muss alle bisher nicht deklarierten Einkommens- und Vermögensbestandteile, wie zum Beispiel Liegenschaften oder Bankkonti offen legen. Zudem muss man vorbehaltlos mit der Steuerverwaltung kooperieren.

Für die Selbstanzeige gibt es keine Formvorschriften oder besondere Formulare. Um sich selbst anzuzeigen, müsssen alle Belege zusammengestellt und ein entsprechendes Schreiben an die Steuerverwaltung gerichtet werden. Somit reicht es nicht aus, die bisher verschwiegenen Posten einfach in der Steuererklärung aufzuführen. Der Hinweis muss explizit erfolgen. Es ist auch möglich, persönlich bei der Steuerbehörde vorzusprechen. Eine Begründung für die Steuerhinterziehung braucht es nicht, jedoch muss sie belegt werden.

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Dolder Besitzer müssen Steuern in Millionenhöhe nachzahlen

Der Besitzer des Zürcher Dolder Hotel soll Steuern in Millionenhöhe nachzahlen.

Steuererklärung ausfüllen aber dennoch Steuern nachzahlen: Wenn etwas bei der Steuererklärung nicht stimmt, müssen in den meisten Fällen Steuern nachgezahlt werden. Dies kann an einem aktuellen Beispiel verdeutlicht werden.

Der Besitzer des berühmten Zürcher Nobelhotel „Dolder“ muss vermutlich Steuern in der Höhe von voraussichtlich 110 Millionen Franken nachzahlen. Dazu kommen wahrscheinlich noch Zinsen, Verfahrenskosten und Hinterziehungsbussen hinzu.

Bereits im Oktober 2015 hat das Steueramt des Kantons Zürich ein Nachsteuer- und Strafsteuerverfahren eingeleitet. Dabei geht es um die Steuerjahre 2005 bis 2009.  Bei einer Hausdurchsuchung wurden nämlich Dokumente gefunden, welche belegen, dass der Besitzer einen Kunst- und Antiquitätenhandel betrieben hat, aber nicht in der Steuererklärung angegeben hat.

Zudem liegt der steuerrechtliche Wohnsitz des Betroffenen in Grossbritannien, weshalb er in der Schweiz nur beschränkt steuerpflichtig ist. Aus diesem Grund haben die Steuerbehörden eine Sicherstellungsverfügung in der Höhe von 205 Millionen Franken erlassen. Solche Verfügungen werden bei Steuerpflichtigen von Betreibungsämtern erlassen, damit mutmasslich geschuldete Steuern auch wirklich beglichen werden.

Einmalige straflose Selbstanzeige bei Steuern

Die Selbstanzeige bei der Steuer wird nicht selten genutzt.

Es ist eine Pflicht und jeder muss es tun – die Steuererklärung ausfüllen. Es ist jedoch nicht selten der Fall, dass bestimmtes Vermögen oder Einkommen in der Steuererklärung nicht deklariert wird, dies in einigen Fällen bewusst. Das gilt in der Schweiz als Straftat, nämlich Steuerhinterziehung.

Es gibt jedoch die Möglichkeit, sich einmal im Leben selbst anzuzeigen und so anzugeben, dass man seine Steuererklärung nicht wahrheitsgetreu ausgefüllt hat. Diese Selbstanzeige wird gemäss den Finanzdirektionen rege genutzt: Im Kanton Zürich hat das Steueramt im Jahr 2015 1’500 Selbstanzeigen erhalten, womit 70 Millionen Franken an Nachsteuern neu zugeflossen sind – ein neuer Höchststand. Die Selbstanzeigen geschehen in den meisten Fällen durch natürliche Personen.

Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die eine straflose Selbstanzeige möglich machen. Zum einen muss die Strafanzeige einmalig sein. Zudem sollten die Steuerbehörden von der Straftat noch keine Kenntnisse haben und die Anzeige sollte aus eigenem Antrieb erfolgen. Des Weiteren muss der Selbstanzeigende bei der Festlegung der Nachsteuern Unterstützung anbieten und diese selbstverständlich begleichen.

Der „Trend“ zur straflosen Selbstanzeige könnte von daher kommen, dass die Schweiz und auch die EU einen automatischen Informationssaustausch über nichtdeklariertes Geld im Ausland vereinbarten, womit man Steuerhinterzieher eher identifizieren könnte.

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Steuerhinterziehung

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Schwarzgeld besser freiwillig melden

Überlege dir lieber zwei Mal bevor du dich für die Steuerhinterziehung entscheidest. Es ist nur von Vorteil für dich wenn du beim Ausfüllen der Steuererklärung alles so angibst wie es auch tatsächlich ist. Im ersten Moment sparst du vielleicht Geld aber wenn der Staat dahinter kommt, wird es teuer für dich. Du schuldest dem Staat die Nachsteuern und die Verzugszinsen, ausserdem erwartet dich eine Busse. Es kann sogar bis zu einer Gefängnisstrafe kommen, wenn die Firmenbilanz oder der Lohnausweis gefälscht werden. Solche Fälle übernehmen dann die Strafbehörden.

Es kann durchaus sein, dass du in der Vergangenheit die Steuererklärung nicht ganz korrekt ausgefüllt hast und dies jetzt bereust. In solchen Fällen ist die beste Entscheidung, sich selber anzuzeigen. Seit 2010 ist man straflos bei der ersten Selbstanzeige, danach muss man aber mit Bussen oder sogar mit einem Strafverfahren rechnen.

So wie man Schmuck, Immobilien oder Geld erbt, erbt man auch eine Steuerhinterziehung erben. Um keine Busse zu erhalten, sollte man die Hinterziehung gleich anzeigen. Leider fallen trotzdem Nachsteuern an.

Also merke dir, Lügen haben kurze Beine und wenn es auskommt, hast du vielleicht Schwarzgeld gespart aber für die Strafe greifst du ganz tief in die Tasche.