Selbstanzeigen bei Steuerhinterziehung

Steuererklärung Schweiz

Die Anzahl an Selbstanzeigen hat eine Rekordhöhe erreicht.

Im Rahmen des Abkommens zum automatischen Informationsaustausch in Steuerbelangen, können sich zahlreiche kantonale Steuerbhörden über zusätzliche Steuereinnahmen im Wert von vielen 100 Millionen Franken freuen. Grund dafür: viele Steuerpflichtige haben sich zu einer Selbstanzeige entschlossen.

Hat man früher Steuerhinterzieher strafrechtlich streng verfolgt, bieten die Steuerbehörden seit dem Jahre 2010 die Möglichkeit strafloser Selbstanzeigen, wobei Steuerpflichtige selbst ihre „Steuersünden“ den Beamten beichten. So kann jeder Bürger einmalig sein Schwarzgeld bekanntgeben, ohne mit einer Busse rechnen zu müssen. Der entgangene Steuerbetrag sowie die Verzugszinsen müssen jedoch nachträglich entrichtet werden.

Gemäss einer Umfrage bei den Steuerverwaltungen hat die Anzahl von Steueranzeigen markant zugenommen, viele melden für das Jahr 2016 eine Rekordzahl. Und dies auch mit hohen Beträgen: So zahlte beispielsweise eine einzelne Person im Kanton Luzern 4,5 Millionen Franken an Nachsteuern. Im Kanton Genf hat sich die Zahl an Strafanzeigen gar verdoppelt.

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Steuerabkommen & Transparenz – Auslandsschweizer betroffen

Die Schweiz hat neue Steuerabkommen abgeschlossen.

Die Schweiz hat neue Steuerabkommen abgeschlossen.

Für das Schweizer Steuerrecht und das Steuersystem ist es extrem wichtig, mit anderen Staaten nebst der EU Steuerabkommen zu haben. Das soll einen regen Austausch von Steuer- und Finanzinformationen und somit Transparenz gewährleisten. In den vergangenen Tagen hat die Schweiz eine hohe Anzahl an solchen Steuerabkommen, vor allem mit Schwellenländern, abgeschlossen. Dies könnte für Auslandsschweizer pikante Folgen haben. Zu den Ländern, mit denen die Schweiz eine Vereinbarung bezüglich Steuertransparenz unterschrieben hat, gehören unter anderem Indien, Argentinien, Brasilien, Mexiko oder auch Südafrika. Weitere Abkommen mit Ländern wie Russland oder China stehen ebenfalls zur Diskussion.

Die neuen Vereinbarungen richten sich wie die Vorherigen nach dem lobalen Standard zum automatischen Austausch von Informationen über Finanzkunden (AIA). Somit liefert die Schweizer Regierung jedes Jahr Informationen bezüglich Bankverbindungen, Kontonummern, Verkaufserlösen etc. an die jeweiligen Partnerstaaten. Auch umgekehrt ist dies der Fall, jedoch weniger bedeutend da es im Vergleich weniger Schweizer Steuerpflichtige hat, die Konti in Ländern wie Argentinien oder Südafrika haben.

Nichtsdestotrotz sind bestimmte Auslandsschweizer betroffen, die im Ausland wohnen und dort steuerpflichtig sind, aber in der Schweiz noch Bankvermögen haben.  So wären auch undeklarierte Erbschaften betroffen. Auslandschweizer, die sich steuerscheu zeigen können allfällige Steuerprobleme mit einer vorläufigen Rückkehr in die Schweiz lösen.