Wie erhebe ich Einspruch gegen zu hohe Steuern?

Einsprache gegen zu hohe Steuern

Gegen falsche Steuerbescheide kann man sich wehren. Doch gilt es, Fristen und Vorschriften einzuhalten. Hat die Steuerbehörde keine Einwände gegen die ausgefüllte Steuererklärung, erhält der Steuerpflichtige in der Regel die definitive Schlussrechnung. Hat die Behörde punktuell Änderungen gegenüber der Steuererklärung vorgenommen, erhält der Steuerpflichtige einen Einschätzungsentscheid.
Die Einsprache gegen den Einschätzungsentscheid – mancherorts auch Veranlagungsverfügung genannt – muss innerhalb von 30 Tagen schriftlich und per Einschreiben erfolgen. Die Einsprache muss aus einem Antrag, also einer Forderung, sowie einer Begründung bestehen. Beweismittel sind beizulegen. Einsprachen sind in der Regel unentgeltlich. Davon ausgenommen sind nur solche bei grobem Verschulden – zum Beispiel, wenn man keine Steuererklärung eingereicht hat und sich deshalb verspätet gegen die Einschätzung der Steuerverwaltung wehren will.
Nach Ablauf der 30-tägigen Frist sind Einsprachen nur noch bei begründeter Verhinderung wie schwere Krankheit und Landesabwesenheit möglich. Das Resultat der zweiten Prüfung wird dem Steuerpflichtigen in einem Einspracheentscheid mitgeteilt.

Soll man die Steuererklärung von einem Profi erledigen lassen?

Generell ist der Beizug eines Steuerberaters oder Treuhänders dann sinnvoll, wenn es sich um komplexe Steuerverhältnisse handelt. Etwa bei Teilselbstständigkeit, direkt nach dem Schritt in die Selbstständigkeit, nach definitiver Trennung oder Scheidung vom Ehepartner oder bei einer neuen Erbengemeinschaft. Als Laie weiss man in der Regel nicht, welche Werte wer wo einsetzen muss und ob und wo man Abzüge geltend machen kann. Ein Beispiel: Bis zur Erbteilung müssen alle Erben den Wert der Hinterlassenschaft anteilsmässig aufführen. Als Wert muss jedoch nicht der Steuerwert, sondern der Verkehrswert beim Zeitpunkt des Todes des Erblassers eingesetzt werden. Unter solchen Umständen ist es darum empfehlenswert, zumindest für das erste Jahr das Ausfüllen der Steuererklärung einem Profi zu übergeben. Anders bei einer einfachen Steuererklärung, etwa der eines unverheirateten Angestellten mit zwei, drei Bankkonti und ein, zwei Wertschriften. Bei Einzelfragen kann man sich auch direkt an den Steuerkommissär wenden.
Wer die Mühe nicht auf sich nehmen will und seine Unterlagen einem Steuerprofi übergibt, muss bei einfachen Fällen mit Honorarkosten von rund 200.- rechnen. Komplexere Steuersituationen kommen schnell auf 1000.- und mehr zu stehen.

Frist verpasst – was passiert jetzt?

Frist verpasst, was nun?

Die Steuererklärung muss man in der Regel bis Ende März mit allen Beilagen beim Steueramt einr eichen. Manche vergessen jedoch diesen Termin einzuhalten. Doch es gibt eine Lösung dafür: Die Frist kann man verlängern, solange sie noch nicht abgelaufen ist. Wer nichts tut, erhält eine Mahnung. Wer nicht reagiert, riskiert eine Busse und kann nach Ermessen der Steuerbehörden eingeschätzt werden – in der Regel zu hoch. Grundsätzlich kann zwar jeder, der ­eine Frist verpasst hat, beantragen, dass diese «wiederhergestellt» wird. Aber nur, wenn man keine Schuld am Versäumnis hat. Und die Hürden sind hoch: Anerkannte Gründe für eine Wiederherstellung der Frist sind zum Beispiel ein Todesfall in der Familie, ein Kuraufenthalt oder eine psychische Erkrankung. Berufliche Belastung, Unwissen oder Ferien reichen dagegen nicht. Das Gesuch muss man sofort stellen, wenn der Verhinderungsgrund weggefallen ist. Viele denken zudem, man könne mit einem entsprechenden Gesuch jede Frist erstrecken. Doch das trifft nur zu für behördlich angesetzte Fristen, etwa jene zur Einreichung der Steuererklärung. Die meisten Steuerfristen sind jedoch gesetzlich definiert und können nicht erstreckt werden.

Bekomme ich Steuerabzüge für mein volljähriges Kind?

Steuerabzüge für das volljährige Kind?

Klar ist, dass für Eltern minderjähriger Kindern ein Kinderabzug bei der Steuererklärung zusteht. Pro Kind erhalten Eltern einen Abzug von 251 Franken vom Steuerbetrag. Wohlverstanden, vom Steuerbetrag und nicht wie sonst bei Abzügen üblich vom steuerbaren Einkommen. Wenn das Kind oder Kinder volljährig werden, kann immer noch Kinderabzug bei den Steuern beansprucht werden, jedoch müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die Kantone können das unterschiedlich regeln. Meist müssen die Eltern zur Hauptsache für den Unterhalt der Kinder aufkommen und die Kinder noch in der beruflichen Erstausbildung stecken. Bei den Abzügen herrscht Kantönligeis: Der Kanton Aargau unterscheidet nicht zwischen Erst- und Zweitausbildung, wohingegen beispielsweise Bern und Zürich dies tun. Mit einer bestandenen Lehre ist eine Erstausbildung abgeschlossen, da sie das volljährige Kind zur Ausübung eines Berufes befähigt. Gewisse Kantone lassen den steuerlichen Kinderabzug bei einer Zweitausbildung zu, wenn sachliche Gründe dafür sprechen. Diese sind individuell und können dem Steueramt in einem Begleitschreiben zur Steuererklärung mitgeteilt werden. Anders ist es, wenn das Kind keine Lehre, sondern die Matura gemacht hätte und jetzt ein Studium anhängen wollte. Sofern die Eltern zukünftig auch weiter hauptsächlich den Unterhalt ihres volljährigen Kindes bestreiten würden, wäre bei ihm auch in den kommenden Jahren der steuerliche Kinderabzug möglich. Denn im Unterschied zur Lehre hat man mit der Matura die Erstausbildung noch nicht abgeschlossen. Das wäre erst der Fall, wenn das volljährige Kind ein Hochschuldiplom hat. Diese Unterschiede sind beim Ausfüllen der Steuererklärung zu beachten.

Was passiert nachdem ich meine Steuererklärung eingereicht habe?

Nachdem die Steuererklärung ausgefüllt und abgeschickt wurde, wird zuerst überprüft, ob die eingereichte Steuererklärung unterschrieben sowie vollständig und fristgerecht eingereicht worden ist. Anschliessend wird sie im elektronischen Veranlagungssystem erfasst und inhaltlich überprüft. Sofern nötig nimmt die Steuerbehörde weitere Untersuchungen (z.B. Einforderung von zusätzlichen Belegen) vor. Danach setzt sie die Steuerfaktoren, d.h. das steuerbare Einkommen und Vermögen, fest. Sind schliesslich die steuerbaren Faktoren bekannt, so wird aufgrund des Steuertarifs der Steuerbetrag bestimmt. Das Ergebnis der Steuerveranlagung wird der steuerpflichtigen Person durch eine Verfügung bekannt gegeben. Mit diesen Angaben kann die steuerpflichtige Person prüfen, ob ihre Veranlagung richtig ist und ob es nötig ist eine Einsprache zu erheben. Im Anschluss folgt die Steuereinforderung, welche auch in Raten beglichen werden kann. Sobald die Steuerveranlagung definitiv ist, wird die Differenz zwischen dem schon bezahlten (Ratenrechnungen) und dem definitiv geschuldeten Betrag berechnet (Saldo).

Was passiert wenn ich meine Steuern nicht zahlen kann?

Grundsätzlich gilt: Die Steuerrechnung muss bezahlt werden, man kommt nicht drum herum!

Wenn man die Steuerschulden nicht begleichen kann, sollte man so früh wie möglich um eine Ratenzahlung bitten. Die Steuerfristen kann man jedoch nicht beliebig lange hinauszögern. Im Kanton Zürich beispielsweise muss der Steuerbetrag innerhalb von 6 Monaten beglichen werden, ausser man kann beweisen, dass höhere Raten den Steuerzahler unter das betreibungsrechtliche Existenzminimum drücken würden.

Eine Erlassung der Steuer ist nur in folgenden Situationen möglich:  wenn die Bezahlung unverschuldet wegen besonderer Umstände wie etwa Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall oder nach einer Scheidung eine unzumutbare Einschränkung der Lebenshaltung zur Folge hätte und der Steuerpflichtige über keinerlei Ersparnisse (dazu gehört auch Wohneigentum) verfügt. Doch wer glaubt, er könne sich vor der Zahlung seiner Steuern drücken, hat sich geschnitten. Den Steuerämtern stehen umfassende Massnahmen zur Verfügung, fällige Steuerschulden einzutreiben – von der Zwangseinschätzung bis zu Betreibung und Lohnpfändung. Nur wo es wirklich nichts zu holen gibt, kann in Ausnahmefällen ein Steuererlassverfügt werden.

Was versteht man unter Kopfsteuer?

Die Kopfsteuer bezeichnet eine Steuer, welche von jeder Person unabhängig von deren Einkommen, Vermögen oder sonstiger persönlicher Merkmale entrichtet werden muss.
Der Vorteil der Kopfsteuer liegt darin, dass sie die effizienteste aller Steuerformen ist. Einerseits werden die Anreize für die wirtschaftliche Aktivität nicht verzerrt, da der Steuerbetrag unabhängig von individuellen Merkmalen und Entscheidungen stets gleich hoch ausfällt. Andererseits ist die Kopfsteuer aufgrund ihrer Einfachheit mit einem niedrigen administrativen Aufwand für die Steuerpflichtigen und die Steuerbehörden verbunden.
Der Nachteil der Kopfsteuer ist jedoch, dass sie von sämtlichen Bevölkerungsschichten genau den gleichen absoluten Steuerbetrag fordert und nicht nach Leistungsfähigkeit unterscheidet. Dadurch fällt die relative Steuerbelastung für Personen mit einem tiefen Einkommen höher aus als für Personen mit einem hohen Einkommen. Dies wird oft als sozial ungerecht kritisiert.
In der Schweiz wird die Kopfsteuer als „Personalsteuer“ bezeichnet und wird von einigen Kantonen erhoben. Trägt man also bei der Steuererklärung kein Vermögen ein, so wird man dennoch oft eine Kopfsteuer von zwischen 10 und 60 Franken an die Gemeinde bezahlen müssen.

Muss ich die provisorische Steuerrechnung begleichen?

Man hat noch gar nicht die Steuererklärung ausgefüllt und schon ist die provisorische Steuerrechnung im Briefkasten. Doch viele Gemeindesteuerämter sind dazu verpflichtet eine provisorische Steuerrechnung zu verschicken. Denn natürliche und juristische Personen sind nicht erst dann steuerpflichtig, wenn sie die Steuererklärung eingereicht haben und eingeschätzt worden sind. Prinzipiell handelt es sich bei Steuerschulden um ein Dauerschuldverhältnis. Allerdings ist die provisorische Rechnung lediglich eine Zahlungsempfehlung. Die provisorische Steuerrechnung könnte theoretisch gar ignoriert werden – dies ist jedoch nicht zu empfehlen. Wenn man auf die definitive Steuerrechnung nach dem Ausfüllen der Steuererklärung wartet, so muss man den gesamten Betrag innert 30 Tagen begleichen. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit mehr oder weniger für die provisorische Steuerrechnung einzuzahlen. Die Idee hinter der provisorischen Steuerrechnung ist, dass die Steuerpflichtigen im Vorfeld wissen, was in etwa auf sie zukommt und sie so ihr Haushaltsbudget besser planen können.

Bitcoins – Wie wird die Kryptowährung versteuert?

Kryptowährung versteuern

Der Wert und Bekanntheitsgrad der Bitcoins ist in letzter Zeit sehr gestiegen. Doch wie soll man dieses Vermögen bei der Steuererklärung ausfüllen? Bei einer digitalen Währung handelt es sich steuerrechtlich um ein geldwertes Recht an einer Sache, das zum Reinvermögen zählt. In der Steuererklärung müssen Bitcoins als Vermögen deklariert werden. Bei natürlichen Personen werden sie von den Steuerämtern wie herkömmliche Fremdwährungen behandelt. Die Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV berechnet seit fünf Jahren einen Kurswert aus dem Durchschnitt der Kurse an verschiedenen Handelsplattformen.

Wo das Bitcoin-Vermögen in der Steuererklärung ausgefüllt werden muss, ist von Kanton zu Kanton verschieden. In St. Gallen, Luzern, Bern und Zug beispielsweise muss es im Wertschriftenverzeichnis aufgeführt werden. Im Kanton Basel-Stadt hingegen unter dem Titel «Bargeld, Edelmetalle und übrige Vermögenswerte». Der Nachweis des Bitcoin-Bestands kann mithilfe einer Kopie der Wallets, der digitalen Geldbörsen, erbracht werden.

Steuern und Familie – Die Vor-und Nachteile

Steuern und Familie – Die Vor-und Nachteile

Wenn man verheiratet ist, wird das Einkommen des Ehepaares zusammen gerechnet und man ist schlechter gestellt als Unverheiratete, da die Steuerabgaben höher sind. Umgangssprachlich wird dies Heiratsstrafe genannt. Wenn man jedoch Kinder hat, soll das bei der Steuererklärung ausgefüllt werden, denn man bekommt pro Kind Kinderabzug. Wenn die Kinder bereits volljährig sind aber noch in Ausbildung, wird der Kinderabzug ebenfalls geltend gemacht. Dies kann jedoch von Kanton zu Kanton variieren: Der Kanton Aargau unterscheidet nicht zwischen Erst- und Zweit­ausbildung. Bern und Zürich schon. Bei den Abzügen herrscht Kantönligeist.

Ein zusätzlicher Abzug von 251 Franken pro Kind wird am Schluss der Steuererklärung gerechnet. Das ist der Elterntarif und findet bei Paaren, die mit Kindern zusammenleben und deren Unterhalt sorgen, Anwendung.

Verheiratet oder nicht, Kinder oder keine Kinder: beim Ausfüllen der Steuererklärung kommt’s drauf an!

Wie viele Steuern zahlt man im Kanton Aargau?

Kennst du das Wasserschloss der Schweiz? Dort vereinigen sich die drei Flüsse Aare, Reuss und Limmat. Dieses Gebiet im Kanton Aargau ist landschaftlich geschützt und die Wassermassen, die dort zusammen kommen, sind beeindruckend. Die zahlreichen Aargauer Thermalquellen, z.B. in Bad Zurzach und Schinznach-Bad, sind bekannt und locken viele Besucher an.

Der Kanton Aargau ist der grösste Industriekanton der Schweiz: 34% der Beschäftigten arbeiten in der Industrie. Der Kanton Aargau zählt 662’224 Einwohner. Er ist in elf Bezirke gegliedert, die total 213 Gemeinden umfassen, von A wie Aarau bis Z wie Zuzgen.

Im Jahr 2015 hat der Kanton Aargau 2‘341 Millionen Franken an Steuergeldern eingenommen. Von diesen Einnahmen stammt der grösste Teil, nämlich rund 70%, von den natürlichen Personen.

Lernende und Personen mit sehr niedrigen Einkommen müssen auch Steuern bezahlen.

Hier ein paar Berechnungsbeispiele zur Belastung durch Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern für eine alleinstehende Person ohne Kinder mit eigenem Haushalt und ohne Vermögen mit Wohnsitz im Aargau.

  • Bei einem Bruttoarbeitseinkommen von 12’500 Franken pro Jahr bezahlt sie keine Steuern.
  • Bei einem Bruttoarbeitseinkommen von 20’000 Franken pro Jahr bezahlt sie keine Steuern.
  • Bei einem Bruttoarbeitseinkommen von 50’000 Franken pro Jahr bezahlt sie 3’835 Franken Steuern.

Willst du wissen, in welche Bereiche der Kanton Aargau sein Geld investiert?
Im Jahr 2014 floss der grösste Anteil, ein Drittel aller Ausgaben, in den Bereich Bildung, nämlich1723 Millionen Franken. Am wenigsten Geld wurde für den Bereich «Kultur, Sport und Freizeit, Kirche», nämlich 75 Millionen Franken aufgewendet.

Falls du mehr Informationen zum Ausfüllen deiner Steuererklärung benötigst, kannst du dich jederzeit an deine Gemeinde wenden!

Wie werden Lotterie- und Totogewinne besteuert?

Wie werden Lotterie- und Totogewinne besteuert?

Gewinne aus Glücksspielen in der Schweiz sowie im Ausland sind in allen Kantonen steuerpflichtig. Dazu gehören auch Gewinne aus Sportwetten. 35% des Gewinns werden vom Veranstalter der Lotterie als Verrechnungssteuer an die Eidgenössische Steuerverwaltung überwiesen. Diese wird bei korrekter Deklaration des Gewinnes in der Steuererklärung wieder zurückerstattet.

Die Steuersätze und steuerfreie Gewinne sind je nach Wohnkanton unterschiedlich.

Für mehr Informationen zum Ausfüllen deiner Steuererklärung kannst du dich an deine Gemeinde wenden!