Was passiert nachdem ich meine Steuererklärung eingereicht habe?

Nachdem die Steuererklärung ausgefüllt und abgeschickt wurde, wird zuerst überprüft, ob die eingereichte Steuererklärung unterschrieben sowie vollständig und fristgerecht eingereicht worden ist. Anschliessend wird sie im elektronischen Veranlagungssystem erfasst und inhaltlich überprüft. Sofern nötig nimmt die Steuerbehörde weitere Untersuchungen (z.B. Einforderung von zusätzlichen Belegen) vor. Danach setzt sie die Steuerfaktoren, d.h. das steuerbare Einkommen und Vermögen, fest. Sind schliesslich die steuerbaren Faktoren bekannt, so wird aufgrund des Steuertarifs der Steuerbetrag bestimmt. Das Ergebnis der Steuerveranlagung wird der steuerpflichtigen Person durch eine Verfügung bekannt gegeben. Mit diesen Angaben kann die steuerpflichtige Person prüfen, ob ihre Veranlagung richtig ist und ob es nötig ist eine Einsprache zu erheben. Im Anschluss folgt die Steuereinforderung, welche auch in Raten beglichen werden kann. Sobald die Steuerveranlagung definitiv ist, wird die Differenz zwischen dem schon bezahlten (Ratenrechnungen) und dem definitiv geschuldeten Betrag berechnet (Saldo).

Was muss ich bei einem Umzug beachten?

Steuern zahlen im neuen Wohnort

Ein Umzug ist oft sehr stressig – da vergisst man schnell die Regelung der Steuerzahlung der jeweiligen Wohnorte. Grundsätzlich gilt: Wer in einen anderen Kanton zieht, zahlt für das ganze Jahr Einkommens-und Vermögenssteuern im neuen Kanton.In den meisten Kantonen ist der 31. Dezember der entscheidende Stichtag für die Steuerpflicht. Dieser Stichtag gilt auch wenn man innerhalb des Kantons die Gemeinde wechselt. Aufgepasst; in Glarus, Nidwalden und Obwalden gilt der 1. Januar als Stichtag.Wenn man also Ende Jahr umziehen will, sollte man beachten, wo der offizielle Wohnsitz am Stichtag ist.  Bei diesem Wohnort wird man auch die Steuererklärung ausfüllen müssen. Es lohnt sich also vor allem beim Umzug um den Jahreswechsel zu schauen, welcher Wohnort den günstigeren Steuerfuss hat und dementsprechend das Einzugsdatum zu definieren.

Apropos Umzug: Vergiss nicht deine provisorisch einbezahlten Steuern auf das Steuerkonto der neuen Gemeinde zu überschreiben. Oder auch auf dein eigenes Konto, da darfst du wählen.

Bitcoins – Wie wird die Kryptowährung versteuert?

Kryptowährung versteuern

Der Wert und Bekanntheitsgrad der Bitcoins ist in letzter Zeit sehr gestiegen. Doch wie soll man dieses Vermögen bei der Steuererklärung ausfüllen? Bei einer digitalen Währung handelt es sich steuerrechtlich um ein geldwertes Recht an einer Sache, das zum Reinvermögen zählt. In der Steuererklärung müssen Bitcoins als Vermögen deklariert werden. Bei natürlichen Personen werden sie von den Steuerämtern wie herkömmliche Fremdwährungen behandelt. Die Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV berechnet seit fünf Jahren einen Kurswert aus dem Durchschnitt der Kurse an verschiedenen Handelsplattformen.

Wo das Bitcoin-Vermögen in der Steuererklärung ausgefüllt werden muss, ist von Kanton zu Kanton verschieden. In St. Gallen, Luzern, Bern und Zug beispielsweise muss es im Wertschriftenverzeichnis aufgeführt werden. Im Kanton Basel-Stadt hingegen unter dem Titel «Bargeld, Edelmetalle und übrige Vermögenswerte». Der Nachweis des Bitcoin-Bestands kann mithilfe einer Kopie der Wallets, der digitalen Geldbörsen, erbracht werden.

Immobilieneigentum – wie muss ich die Steuern aufüllen?

Immobilieneigentum – wie muss ich die Steuern aufüllen?

Wenn man ein Haus oder eine Wohnung gekauft hat, muss man seine Immobilie beim Bund und beim Kanton versteuern. Die theoretische Einnahme der Vermietung der Immobilien ist der sogenannte Eigenmietwert und wird als fiktives Einkommen gehandhabt. Der Eigenmietwert richtet sich in den meisten Kantonen nach der Marktmiete.

Hat man eine Hypothek aufgenommen, um den Erwerb der Immobilie zu finanzieren, kann man die Schuldzinsen von den Steuern abziehen. Beim Ausfüllen der Steuererklärung wird die Hypothekarschuld angegeben und kann je nach Höhe die Steuerrechnung erheblich entlasten. Deshalb macht es von der Seite der Steuerabgabe Sinn, dass die Hypothek möglichst hoch ausfällt. Ein weiterer für Wohneigentumsbesitzer ist es, dass man in der Steuererklärung auch die Unterhaltskosten einbringen kann, und diese so von den Steuern abgezogen werden. Dabei darf man in allen Kantonen jedes Jahr wählen, ob man die effektiven Kosten oder einen Pauschalabzug von der Steuerrechnung abziehen möchte

Immobilien muss man auch als Vermögen versteuern. Der Steuerwert wird von der kantonalen Steuerverwaltung eingeschätzt und beträgt in der Regel 60 bis 90 Prozent des Kaufpreises. Vom steuerbaren Vermögen darf man die Schulden wie zum Beispiel Hypothekarkredite in der Steuererklärung ausfüllen und abziehen. Bei sehr vermögenden Personen fällt der Besitz von Immobilien auch bei der Vermögenssteuer ins Gewicht, sonst sind die Auswirkungen eher gering.

Im Glücksspiel gewonnen? Was bei der Steuererklärung zu beachten ist

Im Glücksspiel gewonnen? Was bei der Steuererklärung zu beachten ist

Wenn man im Casino Geld gewinnt, egal welchen Betrag, muss man dies beim Ausfüllen der Steuererklärung nicht angeben. Gewinnt man jedoch in Glücksspielen wie beispielsweise Lotto oder in Sportwetten (bekannt als Totospiele), muss dies der Steuerbehörde angegeben werden. Sowohl Gewinne aus der Schweiz, als auch aus dem Ausland müssen beim Ausfüllen der Steuererklärung eingetragen werden. 35% des Gewinns sind dem Veranstalter der Lotterie zu überweisen. Dies zählt zur sogenannten Verrechnungssteuer an die Eidgenössische Steuerverwaltung. Diese Verrechnungssteuer wird bei korrekter Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung wieder zurückerstattet.

Die Steuersätze und steuerfreien Gewinne können je nach Kanton abweichen. In vielen Kantonen gilt: Lotteriegewinne bis zu einem Betrag von 1‘000.- sind sowohl bei den Staats-und Gemeindesteuern als auch bei der Bundessteuer steuerfrei. Die oben genannte Verrechnungssteuer fällt bei Gewinnsummen unter 1’000.- ebenfalls weg. Gewinnt man beispielsweise ein Auto, so wird dies bei der Vermögenssteuer in der Steuererklärung angegeben.

Letztes Jahr wurde im Nationalrat diskutiert, ob Glückspilze, die in der Lotterie gewinnen, ebenfalls von den Steuerabgaben verschont werden sollten. Bisher wurden keine Änderungen am Geldspielgesetz vorgenommen – es lohnt sich aber bestimmt, da ein Auge drauf zu haben und bei Änderungen die Steuer entsprechend auszufüllen.

Steuern, Ökonomie und Demokratie

Die Steuererklärung gehört zu einer funktionierenden, glücklichen Demokratie.

Das Ausfüllen der Steuerklärung und vor allem das Bezahlen der Steuerrechnung bereitet vielen Schweizer Bürgern grosse Mühe und in manchen Fällen auch nicht unbedeutende finanzielle Last. Darum stellt sich die Frage: Wer bezahlt schon gerne Steuern? Gemäss gewissen Ökonomen sollte diese Frage gar nicht gestellt werden, denn ohne solides Steuerwesen würde es auch keine Demokratie geben, und ohne Demokratie würde theoretisch auch die Steuertransparenz fehlen.

Gemäss dem britischen Ökonom Tony Atkinson, sind die Steuern das Fundament der Demokratie. Die Idee dahinter wurde bereits 1748 erläutert, in dem Montesquieu im Buch „Vom Geist der Gesetze“ schreibt, dass Steuern höher sein könnten, je freier die Leute sind, und müssten demnach niedriger sein, je unfreier sie seien.

Oftmals stellt sich auch die Frage, ob Steuern nun Fluch oder Segen sind. Gemäss einigen Ökonomen hängt die Zufriedenheit der Steuerzahler mit dem Zusammenspiel der Höhe der Steuern und die vom Staat im Gegenzug dafür erbrachte Leistung. So hat bereits Laffer mit seiner berühmten Laffer-Kurve aufgezeigt, dass Steuern bis zu einem bestimmten Punkt erhöht werden können, aber eben nur so lange die Leute auch bereit sind, für Staatsleistungen zu zahlen. Ab einem gewissen Punkt wird es den Steuernzahler zu viel und sie empfinden die Steuer als konfiskatorisch. So wird geschätzt, dass die Mehrwehrsteuer nicht höher als 15%, die Einkommenssteuer zwischen 35 und 45%, die Erbschaftssteuer zwischen 5 und 10% und die Vermögenssteuer zwischen 0,5 und 1% sein sollte.

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Besteuerung von Wertschriften und Versicherungen

Steuererklärung Schweiz Wertschriften

Wertschriften und Versicherungen müssen versteuert werden.

Beim Ausfüllen der Steuererklärung ist es besonders wichtig alle Vermögenswerte aufzulisten, darunter fallen auch Wertschriften in Form von inländischen und ausländischen Aktien und Obligationen.

Prinzipiell gilt, dass Wertschriften der Vermögenssteuer unterliegen und die daraus resultierenden Erträge steuerpflichtig sind und so versteuert werden müssen, meist in Form der Verrechnungssteuer. Es gilt jedoch, dass so lange Kursgewinne von Aktien und Obligationen sich im Privatbesitz befinden, diese steuerfrei sind. Zinsen auf Sparkonti und Obligationen sowie Dividenzahlungen fallen hingegen unter die Einkommenssteuer. Dabei zählt man zum steuerbaren Einkommen die so genannte Brutto-Dividende dazu – also die Dividende vor Abzug der Verrechnungssteuer.

Der Handel mit den Wertpapieren sowie Versicherungsprämien hingegen werden als vom Bund erhobene Stempelabgabe besteuert. Hier wird zwischen verschiedenen Stempelabgaben unterschieden, so zum Beispiel die Emissionsabgabe (1%) bei Neusausgabe von Wertpapieren oder die Umsatzabgabe (1,5% – 3%). Bei den Versicherungsprämien gilt eine Stempelabgabe über 5% auf Prämienzahlungen der  Haftpflicht, Feuer-, Kasko- und Hausratversicherung. Lebensversicherungen sowie Kranken-, Unfall-, IV- und Arbeitslosenversicherungen sind davon ausgenommen.

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Direkte und indirekte Steuern von dem Kanton und der Gemeinde

Indirekte Steuern von dem Kanton und der Gemeinde

Welche Steuern sind direkt und welche undirekt?

Der Kanton darf nur Steuern erheben, falls der Bund diese Steuer nicht ausschliesslich für sich in Anspruch nimmt. Dafür muss der Kanton der Gemeinde die Erlaubnis geben über die Steuern die die Gemeinde erheben darf.

Direkte Steuern

  • Einkommenssteuer von natürlichen Personen: Zum Einkommen gilt das Einkommen aus selbstständiger sowie unselbstständiger Erwerbstätigkeit.
  • Vermögenssteuer von natürlichen Personen: (beweglich) Barschaften, Wertschriften, Bankguthaben, Auto, (unbeweglich) Grundstücke, Vermögen, Lebens- und Rentenversicherungen sowie das investierte Vermögen in einem Geschäfts- oder Landwirtschaftsbetrieb
  • Gewinnsteuer von juristischen Personen: Der Gewinn das in einem Geschäftsjahr erreicht wurde.
  • Kapitalsteuer von juristischen Personen: Vermögenssteuer
  • Kopf-, Personal- oder Haushaltsteuer: Wird von volljährigen oder erwerbstätigen Personen in den Kantonen Zürich, Luzern, Uri, Nidwalden, Solothurn, Schaffhausen, Tessin, Waadt, Wallis und Genf verlangt.
  • Lotteriegewinnsteuer: Lotterien und ähnliches
  • Erbschaftssteuer: Vermögensübergang an die Erben
  • Schenkungssteuer: damit die Erbschaftssteuer nicht leicht umgangen werden kann
  • Grundstückgewinnsteuer: der Gewinne von einem verkauften Grundstück
  • Liegenschaftssteuer: wird auch Grundstücksteuer genannt
  • Handänderungssteuer: Eigentumsübergang von einem Grundstück
  • Kantonale Spielbankenabgabe: der erspielte Bruttospielertrag von Spielbanken in den Casinos
  • Kirchensteuer: Steuern der reformierten, römisch-katholischen oder christkatholischen Kirche

Indirekte Steuern

  • Motorfahrzeugsteuer: Motorfahrzeuge und Anhänger
  • Hundesteuer: je nach Grösse oder Gewicht des Hundes fallen die Steuern unterschiedlich aus
  • Vergnügungssteuer: öffentlichen Veranstaltungen
  • Kantonale Stempelsteuer: Urteile, Ausweisschriften, Registerauszüge, Prozessschriften, Gesuche, Rekurse, Verträge, Testamente und Quittungen
  • Lotteriesteuer: Lotterien und Tombolas

Konkubinat Eigenheim: Wer kann was abziehen?

Konkubinat Eigenheim

Konkubinat Eigenheim

Wenn ein unverheiratetes Paar eine Liegenschaft besitzt, gibt es verschiedene Arten von Steuerabzügen.

  • Schuldzinsenabzug: Im Hypothekarvertrag müssen beide als Solidarschuldner unterzeichnen, so kann jeder die vereinbarte Schuldzins abziehen. Wenn es jedoch keine Vereinbarung gibt, tragen beide Seiten den gleichen Anteil an der Schuld und somit kann nur die Hälfte abgezogen werden. Sofern nur eine Person unterzeichnet hat, kann auch nur diese die gesamten Schuldzinsen abziehen, auch wenn der andere einen Teil der Schuldzinsen trägt.
    Das gleiche gilt bei dem Schuldenabzug der Vermögenssteuer.
  • Unterhaltskosten: So wie es im Grundbuch eigetragen ist, erfolgt der Abzug nach Miteigentumsanteil.

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